Anne Frank beginnt ihr Tagebuch kurz vor ihrem 13. Geburtstag. Sie schildert ihr Leben als jüdisches Mädchen im von Nationalsozialisten besetzten Amsterdam. Trotz der zunehmenden Einschränkungen – Verbot bestimmter Schulen, Orte und Tätigkeiten – beschreibt sie zunächst einen relativ normalen Alltag mit Schule, Freundschaften und familiären Konflikten. Als ihr Vater jedoch einen Aufruf zum Arbeitslager erhält, entscheidet sich die Familie Frank, frühzeitig unterzutauchen den die Geschichte beginnt.
Das Leben im HinterhausIm Juli 1942 zieht Anne mit ihrer Familie in das Hinterhaus der Prinsengracht 263, ein versteckter Anbau hinter dem Büro von Otto Franks Firma. Wenig später schließen sich die Familie van Pels (im Tagebuch van Daan genannt) und später der Zahnarzt Fritz Pfeffer (Dussel) an. Anne beschreibt das enge Zusammenleben, die ständige Angst entdeckt zu werden und die monotonen und stillen Tage, die durch die Abhängigkeit von den Helfern bestimmt sind. Gleichzeitig zeigt sie, wie schwer es ist, sich mit so vielen Menschen auf engem Raum zu arrangieren und bewegt die Leser.
Annes persönliche EntwicklungEin großer Teil des Tagebuchs widmet sich Annes innerem Leben. Sie schreibt offen über ihre Gefühle, Konflikte und Unsicherheiten und reflektiert über das Verhältnis zu ihrer Mutter, zu ihrer Schwester Margot und zu den anderen Bewohnern. Besonders der Wandel ihrer Beziehung zu Peter van Pels wird bedeutsam: Aus anfänglicher Distanz wird eine zarte Freundschaft und schließlich eine jugendliche Verliebtheit. Annes Gedanken werden zunehmend reifer, sie hinterfragt gesellschaftliche Erwartungen und entwickelt den Wunsch, später Schriftstellerin oder Journalistin zu werden.
Die wachsende BedrohungWährend die Bewohner des Hinterhauses auf Nachrichten über Kriegsverlauf und Befreiung hoffen, schildert Anne die zunehmenden Gefahren: Hausdurchsuchungen, Hunger, Bombardierungen und Berichte über die Deportationen der Juden. Trotz dieser erschütternden Ereignisse versucht sie, ihre Hoffnung zu bewahren. Ihre Einträge zeigen, wie der Alltag von Angst, aber auch von kleinen Momenten der Normalität geprägt ist. Gleichzeitig kämpft sie mit ihrem Bedürfnis nach Freiheit und Selbstbestimmung, die ihr das Leben im Versteck versagt.
Das abrupte EndeAm 1. August 1944 schreibt Anne ihren letzten Eintrag. Wenige Tage später wird das Versteck von der Gestapo entdeckt. Die Bewohner werden verhaftet und deportiert. Anne und ihre Schwester Margot sterben im Frühjahr 1945 im Konzentrationslager Bergen-Belsen. Nur Otto Frank überlebt. Nach seiner Rückkehr nach Amsterdam findet er Annes Tagebuch und entscheidet sich, es zu veröffentlichen. Damit erfüllt er Annes eigenen Wunsch, Schriftstellerin zu werden und „nach dem Krieg“ etwas Bedeutungsvolles zu hinterlassen.
Weshalb dieses Buch so bewegend istDas Tagebuch von Anne Frank ist eines der berühmtesten Übermittlungen von der Zeit und Wahrnehmungen im NS-Regime.
Durch die Augen eines Kindes die damalige Welt wahrzunehmen ist wahrlich eine emotionale Reise.
Durch diese Erzählform kommt es einem so vor, als hätte man die Vergangenheit miterlebt und viel wichtiger mitgefühlt, da man durch die Schilderungen von Anne Frank über ihren Alltag, Gefühle, Eindrücke und ihre Familie, erhält man einen gigantischen Einblick in ihr Leben.
Ihre Gefühle kommen einem persönlich vor und es wird noch einmal deutlich, wie grauenhaft diese Zeit war, vor allem für großwerdende Kinder.